Häufig gestellte Fragen in Zusammenhang mit der Übersetzung von AGB

Vermehrt erhalte ich Anfragen von potenziellen Kunden, die gerne ihre AGB in die englische Sprache übersetzen möchten. Diese Anfragen kommen zu 98% von Kunden, die eine Firma in Deutschland betreiben und gelegentlich oder auch regelmäßig Geschäfte mit Kunden im Ausland tätigen. Häufig ist es so, dass der Kunde selbst nicht genau weiß, was er benötigt oder wozu die Übersetzung genau dienen soll. In diesem Artikel möchte ich deshalb ein paar häufig gestellte Fragen beantworten.

Ich brauche eine rechtssichere Übersetzung unserer AGB in die englische Sprache. Machen Sie so was?

„Eine rechtssichere Übersetzung“ ist leider kein Fachbegriff mit klarer Definition. Nur Rechtsanwälte dürfen Rechtsberatung erteilen. Übersetzungen deutscher Rechtstexte in die englische Sprache dienen meist der Information (auf English „translation for information purposes“ oder „convenience translation“ genannt), d.h., dass die deutsche Version – bei Auslegungsfragen – immer maßgeblich bleibt. In der Regel wird ein entsprechender Satz in die Übersetzung aufgenommen. Es ist natürlich äußerst wichtig, dass eine Übersetzung – auch wenn „nur“ zu Informationszwecken genau der deutschen Fassung entspricht, damit der Kunde richtig informiert ist.

Falls die Übersetzung zu einem anderen Zweck benötigt wird, z.B. für die Verwendung in einem anderen Rechtssystem unter einer anderen Rechtsordnung, ist dies die Aufgabe eines Rechtsanwalts, der für diese Rechtsordnung zugelassen ist.

Ich habe Kunden aus Großbritannien, aus den USA und auch aus anderen Ländern. Wir kommunizieren dann auf Englisch. In welcher Sprachvariante soll ich meine AGB übersetzen lassen oder brauche ich mehrere Versionen?

Im juristischen Bereich gibt es oft keine 1-1-Entsprechungen für Rechtsbegriffe, da die Rechtsordnungen so unterschiedlich sind. Deshalb sind viele Übersetzungen Umschreibungen. Auch wenn ich eine Übersetzung für einen Kunden erstelle, der britisches Englisch bevorzugt, da seine Kunden hauptsächlich in Großbritannien sitzen, verzichte ich gezielt auf Fachbegriffe, die im englischen Recht ganz spezifische und vom deutschen Rechtssystem unterscheidende Bedeutungen haben. Sonst erwecke ich den Eindruck, dass im deutschen Recht das Gleiche wie im englischen Recht gilt. Man versucht deshalb immer neutrale Begriffe zu benutzen. Manchmal ist es auch notwendig, das deutsche Wort in Klammern zusätzlich stehen zu lassen oder einen Verweis auf das Bürgerliche Gesetzbuch einzufügen. So hat der Leser immer den Bezug zu dem deutschen Rechtsbegriff, falls er weitere Recherchen veranlassen möchte.

Sie brauchen also nur eine englische Fassung. Als Engländerin benutze ich immer die britische Rechtschreibung. Die amerikanische Rechtschreibung kann ich in Ausnahmefällen auch verwenden. Sprechen Sie mich einfach darauf an.

Ich habe die AGB selbst erstellt. Englisch kann ich aber nicht so gut. Ich brauche unbedingt eine hochwertige Übersetzung. Können Sie mir helfen?

Leider kommt es immer häufiger vor, dass ich beim Durchlesen der deutschen AGB merke, dass der Kunde ohne juristisches Hintergrundwissen die AGB selbst zusammengebastelt hat. Woher ich das erkenne? Beim Übersetzen liest man sehr genau. Mir fällt deshalb direkt ins Auge, wenn es im Text statt zwei Parteien sehr viele verschiedene gibt (z.B. der Kunde, der Käufer, der Verbraucher, Sie usw.) und überhaupt keine terminologische und stilistische Konsistenz vorhanden ist. Solche Texte machen mir die Arbeit als Übersetzerin recht schwer, da eine hochwertige Übersetzung natürlich von der Qualität des Ausgangstextes abhängt.

Zudem ist die deutsche Fassung die maßgebliche Fassung, die unbedingt akkurat und verständlich sein muss. Mit der Verwendung von AGB machen wir Unternehmer uns das Leben leichter, da wir in unseren Angeboten einfach auf sie verweisen können.Wir brauchen nicht jedes Mal alle unsere Bedingungen in unseren Angeboten zu schreiben.

Die AGB werden nur einmal erstellt (und nach Gesetzesänderungen angepasst), aber vielfach verwendet. Es mag teurer sein, die AGB durch einen Rechtsanwalt individuell auf die Bedürfnisse Ihrer Firma abgestimmt erstellen zu lassen, aber dieses Dokument bildet die Grundlage Ihrer Geschäftstätigkeit. Bei der Erstellung der maßgebliche Fassung der AGB zu sparen bzw. die AGB mit Textbausteinen aus dem Internet selbst zu erstellen, aber dann in eine hochqualifizierte Fachübersetzung dieses Textes zu investieren, erscheint mir ein schlecht kalkuliertes Risiko zu sein.

Warum Sie Ihre AGB besser nicht selbst erstellen, erfahren Sie in diesem interessanten Artikel.

Sie haben weitere Fragen zur Übersetzung von AGB? Sie möchten ein Angebot für die Übersetzung Ihrer AGB einholen? Dann senden Sie mir eine E-Mail an: info@juristische-uebersetzungen-rueckert.de

Sie möchten mich wiederfinden? Dann senden Sie mir eine Kontaktanfrage auf Xing oder LinkedIn und beziehen Sie sich auf diesen Blog. Ich freue mich über neue Kontakte.

Zurück

Diesen Artikel weiterempfehlen

  • Twitter
  • LinkedIn
  • Xing
  • Facebook
  • Per E-Mail empfehlen
Meine Seiten nutzen Cookies und die Piwik Statsitik. Informationen zum Sinn und zur optionalen Ablehnung von Cookies sowie zur Abschaltung der statistischen Erfassung finden Sie unter "Impressum und Datenschutz".